Heute tauchen wir ab

Alles fängt mit einem Sack voll warmen Wasser an. Doch der zerplatzt bald, wie eine Seifenblase, und wir landen unverhofft auf dem Boden der Realität.

Danach ist Wasser nass, meist kalt. Wirf mich ins kalte Wasser, ich schwimme nicht, ich tauche.

Die Ruhe hier unten hat mir immer schon gefallen.

Babys halten automatisch die Luft an, wenn du sie ins Wasser wirfst. Das wusste schon Kurt Cobain. Geld macht nicht glücklich, das wusste er auch. Und schoss sich mit `ner Flinte das Gehirn aus dem Kopf.

Blut besteht wohl auch zu einem grossen Teil aus Wasser, nicht wahr? Ein Mensch besteht am Anfang seines Lebens zu 80 Prozent aus Wasser. Zum Glück gibt es noch Calcium und Knochen, sonst zerfielen wir alle zu riesigen Blut-Puddingen und Glibbermasse.

Eklig. Lassen sich die Flecken mit Wasser wieder auswaschen? Eher nicht.

Dabei findet es sonst immer einen Weg. Höhlt Berge aus und kippt Häuser um. Nur ein Tropfen Wasser nährt die Blume, doch quält den Gefangenen. So ist die Natur. So steht es auch um den Menschen. Doch lassen wir das. Wasser, Wasser beruhigt, denn es lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Es fliesst bergab, sammelt sich, verdampft, steigt und fällt wieder herab, auf…

Die Erde ist der einzige Planet in unserer Galaxie, auf dem es Wasser gibt. Bedeutet Wasser Leben? Was bedeutet schon Leben? Was weiss ich schon vom Leben? Viel zu wenig – und doch zu viel, um es einfach so in Worte zu fassen.

Vielleicht weiss ich auch nichts, und das hier ist nur eine Ausrede. Etwas Farbe aus Nullen und Einsen – Blau – wie Wasser. Wer weiss, ob sie ein Ziel oder eine Bestimmung hat, aber es geht immer weiter, wie Wasser.

Wort reiht sich an Wort, bäumt sich auf, blüht und zerfällt zu einer Hülse, ganz frei von  Wasser. Minuten, Stunden, Tage – die Zeit wird flüssig – wie Wasser. Rast nach unten, verlässt meinen Körper. Wie dürre Äste strecken sich meine Arme den Wolken entgegen. Und am Ende bleib nur ein armer, alter Tropf der zum Himmel steigt, wie Wasser.