Kleider machen Youtube-Stars

Habt ihr euch schon einmal überlegt, wie viel (oder wie wenig) Kleider einige Sänger in ihren Musikvideos tragen? Tja, ich habe für euch die vier erfolgreichsten Videos analysiert. Und der Prozentsatz an bedeckter Haut ausgerechnet. Jacken und Sonnenbrillen gaben extra Punkte. Ein durchsichtiges Teil einige Prozent für den Guten Willen. Und naja, tut mir leid, Katy Perry, Farbe gilt nicht als Kleidungsstück.

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Zu den Prozentzahlen: Lange Hosen gaben 45 Prozent, ein langärmliges Oberteil ebenfalls. Schuhe und Handschuhe je 5 Prozent. Mit 100 Prozent wäre also Mutter Theresa noch stolz auf dein Outfit. Bei 90 Prozent bist du vermutlich ein barfüssiger Hippie und mit weniger als 25 Prozent würde ich mich mal wieder bei deinem Vater und Pastor melden.

Ausreisser gab es bei Justin Bieber in seinem Video zum Song „Baby“: Der Junge ist durchwegs gekleidet wie eine Nonne. Gratulation. Spannend auch die jeweiligen Unterschiede innerhalb eines Videos. Die Damen natürlich mit mehr Outfit-Variationen als die Herren. Katy Perry schaffte es mit ihren Outfits leider nie über 70 Prozent. Taylor Swift hingegen schafft es sogar über 100 Prozent (dank Schal, Handschuhen und Schuhen).

Ja, und jetzt?

Psy hat mehr als Zwei Milliarden Views. Die Welt hat Sieben Milliarden Menschen. Ja, Youtube-Videos beeinflussen uns. Ob wir wollen, oder nicht. Und: Eine nackte Frau sorgt anscheinend immer noch für mehr Absatz. Sei es bei einem „professionellen“ Fotomagazin oder in der Musikbranche. Männer sind bis jetzt (leider?) noch nicht derart sexualisiert. Obwohl in Magic Mike gute Vorarbeit geleistet wurde. Und Psy macht natürlich auch im Handtuch auch eine super Figur.

Was Stars tragen – oder eben nicht tragen – hat Einfluss auf Mode und Selbstwahrnehmung. Tättowiert sich Rihanna einen Rosenkranz, möchte sich plötzlich jede zweite einen stechen lassen, „weil es etwas ganz besonderes bedeutet.“

Und während du und ich, lieber Leser, derart billige Marketing- beziehungsweise Verkaufsaktionen vielleicht durchschauen, scheint es irgendwo einen kleinen, verdammt kaufstarken Teil der Menschheit zu geben, dem man mit dem richtigen Mix aus nackter Haut und sexuellen Anspielungen praktisch alles verkaufen kann.