Bin ich heimlich fake?

Natürlich bilde ich mir gerne ein, dass ich mein Leben selbst manage. Dass ich «Ich», cool und #authentisch bin. Dass ich Medien nach meinen eigenen Regel konsumiere und mich nur von dem beeinflussen lasse, von dem ich mich beeinflussen lassen will.

Moden kommen und gehen. Mein Stil bleibt. Denke ich. Aber die Wahrheit ist eine andere. Die Wahrheit schmeckt nach Avocadomilkshake und Quinoaburger, nach 90ies Revival und ironisch-komischen Instagramhashtags, die dann – irgendwann – nicht mehr ironisch sind. Ich bin nicht viel mehr als eine Sammlung von Impressionen, die zuerst nach innen gehen, gefiltert werden und die ich dann wieder nach aussen trage.

Ohne Fremdeinfluss geht es nun mal nicht. Am Ende bin ich genau so sehr ich selbst, wie ich nicht die anderen bin. Mein Ich irisiert zwischen Abgrenzung und Anpassung, kann weder authentisch noch fake genannt werden, denn es befindet sich nie in einem festen Ist-Zustand.