Gesellschaftliche Superkraft: Väter an Fernbedienungen

Die Fernbedienung in Gefangenschaft. In der Hand des Vaters, eingekesselt, weggesperrt, unerreichbar. Der einzige verletzliche Moment, der wunde Punkt, ein Funken Hoffnung besteht, wenn der Vater weg döst (und das tut er eigentlich fast immer). Bis heute ist mir allerdings kein Fall bekannt, in dem es einer Tochter oder einem Sohn gelungen ist, die Fernbedienung zu befreien und für eigene Interessen zu instrumentalisieren. Väterliche Hand und Fernbedienung gehören zusammen wie Patriarchat und Überwachungskameras. Wenn die väterliche Hand nur die geringste Schwingung eines Eindringlings vernimmt, reisst sie die Fernbedienung noch näher an sich. Die Augen bleiben trotzdem fest geschlossen. «Halt, ich schaue das gerade!» Einziger Ausweg: Selber Eltern werden und die Herrschaft übernehmen. Ich erkenne ein Muster.